Fest der Lieder

„Wo Lied erklingt, Kunst sich entfaltet“

Das SJBO bewegt Zuhörer mit fein instrumentierten Volksliedern

Auf den Plätzen der Zuhörer liegen Taschentücher. Das Publikum zu Tränen zu rühren, ist Konzertprogramm. Wenn 18-jährige Posaunisten beim Lied „Der Mond ist aufgegangen“ Gänsehaut bekommen und Mutter wie Großmutter im Publikum sitzen und die Tränen nicht zurückhalten können, dann ist aus einer Vision Wirklichkeit geworden. Mit dem Sinfonischen Jugendblasorchester Karlsruhe (SJBO) deutsche Volkslieder zu präsentieren – das hatte sich Dirigent Stefan Kollmann für das „Fest der Lieder“ vorgenommen. Inspiriert hatte ihn Hermann Hesses Gedicht „Sprache“: „Und wo sich Wort und Ton gesellt, wo Lied erklingt, Kunst sich entfaltet, wird jedesmal der Sinn der Welt,des ganzen Daseins neu gestaltet.“

Und spätestens, als die jungen Musiker die Arrangements des Komponisten Guido Rennert zum ersten Mal gehört hatten, war das Feuer entfacht. Kunst sollte sich entfalten, sobald Orchesterklang und Gesang aufeinander treffen. Gemeinsam mit knapp 100 Sängern der Chöre Jockgrim und Kirrlach unter der Gesamtleitung von Richard Trares brachte das SJBO Lieder auf die Bühne, deren Texte heute zum Teil fast vergessen sind.

Diese Musik bewegt die Musiker, Sänger und Zuhörer an diesen beiden Sommerabenden vom 23. und 24. Juli tief. Der Kinder- und Jugendchor „Voices of Joy“ aus Jockgrim bereichert Bläserquintett bei „Männlein steht im Walde“ mit Frische und trägt durch die beiden Solisten dazu bei, dass das „Heidenröslein“ unter die Haut geht. Durch das feine Gespür des Komponisten Rennert für eine unverwechselbare Instrumentation entstehen ständig neue Augenblicke von musikalischer Einzigartigkeit. Da führen Blockflöte und Sopransaxofon bei „Der etwas andere Lindenbaum“ auf virtuose Weise die Melodie, Englischhorn und Trompete singen das „Guten Abend, gut‘ Nacht“, das im Schlagwerk durch eine ruhige Spieluhrmelodie ausklingt.

Höhepunkt des Programms ist eine weitere Komposition von Guido Rennert, die „Badische Ouvertüre – der Jugend gewidmet“. Bei dieser Uraufführung wird das SJBO einmal mehr vom Chor begleitet und transportiert jugendliche Sehnsucht und Neugier mit Leichtigkeit. Zur Badischen Hymne, mehrstimmig und doch bescheiden gesungen, klingen verschiedene Landschaftsbilder entlang des Rheins an. Wie die Uraufführung dieses besonderen Werks bei den Zuhörern ankam, sehen Sie in diesem Video.

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40. Dreikönigskonzerte

Standing Ovations und ausverkauftes Haus

„Magische Momente“ versprach das Konzertprogramm zu den 40. Dreikönigskonzerten im Bürgerzentrum Bruchsal- und „Magie pur“ durften die Zuhörer im ausverkauften Rechbergsaal dann auch erleben.

Mit „The Music Makers“ von Alfred Reed eröffnete Dirigent Stefan Kollmann und seine 80 jungen Musiker zwischen 14 und 25 Jahren den Konzertabend. Energiegeladen und voller Spielfreude beschrieb das junge Orchester musikalisch das zugrunde liegende Gedicht von Arthur O´Shaughnessy:„… wir sind die Musik-Machenden, die Träumer der Träume, wir sind die, die etwas bewegen…“  

Das professionelle Posaunenquartett „Blechreiz“  glänzte als optimaler Solopart zum „Concertino für Posaunenquartett und Orchester“ von Jan Koetsier. Dieser zeigt in den drei Sätzen die Vielfältigkeit der Posaune. Das routinierte Ensemble und das souverän begleitende Orchester schmeichelten allen musikalischen Facetten.

Philip Sparke´s „Dance Movements“ brachte dann als letztes Stück vor der Pause die Stimmung im vollbesetzten Konzertsaal auf ihren vorläufigen Höhepunkt. Mit höchster Konzentration zeigte das Orchester in diesem brillanten, viersätzigen Werk die gesamte technische und klangliche Bandbreite eines sinfonischen Blasorchesters.

Fulminat ging es nach der Pause mit „The Lord of the Rings“. weiter. Dieses monumentale Werk hat wie kaum eine andere Blasorchesterkomposition die Entwicklung der sinfonischen Bläsermusik in den 1990er Jahren beeinflusst. Entsprechend motiviert zeigten sich die jungen Musiker die magischen Klänge in den beiden Sätzen „Gandalf“ und „Hobbits“ dem gespannten Publikum zu präsentieren.

Der erst zwanzig jährige Johannes Antoni brillierte mit seiner Interpretation von Georg Gershwins „Rhapsody in Blue“. Selbst in den schwierigsten technischen Passagen dieses Repertoirewerkes schaffte es der Solist stets stabil und zielstrebig zu agieren. Die Zuhörer honorierten diese gekonnte Interpretation mit anhaltenden Standing Ovations.

Mit diversen Zugaben wurden diese 40. Dreikönigskonzerte jubelnd beschlossen und gleichzeitig das Jubiläumsjahr 2016 willkommen geheißen.

In eben diesem Jubiläumsjahr wird ein „Fest der Lieder“ am  23.7.16 in Jockgrim und am 24.7.16 als Open- Air in der Eremitage Waghäusel einen weiteren Höhepunkt in der 40. Jährigen Orchestergeschichte darstellen. Zusammen mit den Chören des Männerchors Kirrlach und dem MGV Frohsinn Jockgrim lädt sie das SJBO Karlsruhe mit seinem künstlerischen Leiter Stefan Kollmann schon jetzt zu weiteren „magischen Momenten“ ein.